SOEDAK2009 --- PREPARE FOR THE LONG RUN

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Titel
HLA-E restringierte Erkennung eines HIV-Peptids durch humane CD8(+) T-Zellen
Autor
Daniela Schulte1, Martin Vogel1, Bettina Langhans1, Christian Körner1, Benjamin Krämer1, Hans Dieter Nischalke1, Martin Coenen1, Tilman Sauerbruch1<
Abstract
Hintergrund: Die Herunterregulation klassischer MHC Klasse I Moleküle stellt eine wichtige Strategie des HI-Virus dar, um der Erkennung durch CD8(+) T-Zellen zu entgehen. Kürzlich zeigten wir jedoch, dass die HIV-Infektion mit einer vermehrten Expression des nicht-klassischen MHC I Moleküls HLA-E assoziiert ist. Hierbei identifizierten wir das HLA-A2-restringierte Epitop HIV p24 aa14-22 als einen Liganden für HLA-E, der die Oberflächenexpression von HLA-E stabilisiert und dadurch die Zytotoxizität von NK-Zellen hemmt.
In der vorliegenden Arbeit beschreiben wir erstmals die HLA-E-restringierte Erkennung des HIV-Peptids (HIV p24 aa14-22) durch humane CD8(+) T-Zellen.
Methoden: 41 HIV-1-infizierte Patienten (17 HIV RNA(-) unter HAART, 24 HIV RNA(+)) und 14 gesunde Individuen wurden in die Studie eingeschlossen. Die Frequenz HIV p24 aa14-22-spezifischer HLA-E-restringierter CD8+ T-Zellen wurde mittels IFN-γ und IL-2 ELISpot Assays bestimmt. Hierbei dienten HLA-E-transfizierte K562-Zellen als Antigen-präsentierende Zellen.
Resultate: IFN-γ sezernierende, HLA-E restringierte CD8(+) T-Zellen konnten bei 16/41 HIV(+) Patienten (39%), jedoch bei keiner der gesunden Kontrollen nachgewiesen werden. Eine IL-2 Antwort fand sich bei 8/33 (24.2%) Patienten.
Hierbei zeigte sich, dass eine HLA-E restringierte IL-2 Antwort nur bei HAART-Patienten, nicht aber bei den HIV RNA(+) Therapie-naiven Patienten nachweisbar war (8/20 [40%] vs. 0/13[0%]; p=0.012) während der Unterschied bei den IFN-γ Antworten weniger deutlich war (11/24; 45.5% vs. 5/17 29.4%).
Zudem war eine HLA-E-restringierte IL-2-Sekretion mit einer hohen CD4-Zellzahl assoziiert (CD4 Zellen/µl: 588 [457-683] vs. 464 [160-906]; p=0.013).
Im Gegensatz dazu war in der Gruppe der Patienten ohne HAART eine IFN-γ Antwort mit hoher Viruslast (56.9x103±19.9 x103 vs. 11.2 x103±2.9x103; p=0.05) bei geringer CD4-Zellzahl (302±34 vs. 465±49; p=0.048) assoziiert.
Schlussfolgerungen: Unsere Daten zeigen, dass CD8(+) T-Zellen das HIV-Peptid HIV p24 aa14-22a im Kontext des nicht-klassischen MHC Moleküls HLA-E erkennen können. Zudem liefern unsere Daten erste Hinweise auf eine mögliche funktionelle Bedeutung dieser T Zell-Antworten im Rahmen der HIV-spezifischen Immunabwehr.

Datei SOEDAK_09_OSC3.pdf